Fakten zum Klimawandel

Hier einige Dokumente zum Thema Klimawandel, Energiewende, Erneuerbare Energien:

 

 Klimawandel und erneuerbare Energien

Veranstaltung der Reinheimer Grünen am 7.7.2015

 

Lasst uns so leben, dass unsere Nachfahren

-sieben Generationen nach uns-

unsere Erde besser vorfinden werden,

als wir sie vorgefunden haben.“

Mit diesem Zitat begrüßte Grünen-Sprecher Hans Menningmann die vielen interessierten Zuhörer im Saal „Zum Kühlen Grund“. „Es geht um mehr als einige Windräder in Reinheim. Es geht um die Energiewende. Es geht um unsere Erde, unsere Zukunft“, so Menningmann.

Als Referenten begrüßte er Ulrich Chilian, Umweltingenieur aus Mainz und Karl-Wilhelm Koch, Dipl. Ing. aus Mehren bei Koblenz.

Beide sind ausgewiesene Experten in Sachen Klimawandel, Energiewende, erneuerbare Energien.

Chilian ist z.Zt. im Rahmen eines Lehrauftrages der "Deutschen Umwelt Aktion"  an Schulen in Hessen und Rheinland-Pfalz mit genau diesen Themen unterwegs.

Koch ist tätig im Lehramt, u.a. für Umwelttechnik. Er hat das Buch „Störfall Atomkraft“ geschrieben, ist Mitglied im Bundesausschuss Energie von Bündnis90/Die Grünen und Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Energie Rheinland-Pfalz.

In der gut besuchten, lebendigen Veranstaltung erhielten Befürworter und Kritiker der Windkraft ausführliche und differenzierte Informationen nicht nur zur Windkraft sondern auch dazu, wie man die Energiewende konstruktiv angehen kann.

Chilian sprach zunächst über die Ursachen und Folgen des Klimawandels. Exzessive Nutzung fossiler Energien hat zu einem massiven Anstieg der Klimagase in der Atmosphäre geführt. Zur Zeit ist weltweit mit einem durchschnittlichen Temperaturanstieg von 4-5 Grad bis Ende des Jahrhunderts zu rechnen. Das führt zum Abschmelzen des arktischen und antarktischen Eises und der Gletscher. Der Meeresspiegel wird um viele Meter ansteigen und es sind erhebliche Wetterveränderungen zu erwarten. Dieser Prozess ist bereits weit fortgeschritten. Die ersten Folgen des Klimawandels spüren wir schon heute. Einigermaßen verträglich für die weltweite Klimaentwicklung ist nach allgemeiner Expertenmeinung zur Verhinderung der schlimmsten Folgen aber eine Temperatursteigerung von maximal 1,5-2 Grad innerhalb eines Jahrhunderts.

Deshalb ist eine konsequente Energiewende hin zu erneuerbarer Energieerzeugung weltweit alternativlos“, so Chilian.

Karl-Wilhelm Koch befasste sich in seinem Referat schwerpunktmäßig mit der Nutzung der Windkraft an Land. Neben Wasserkraft und Biomasse, die nur einen relativ kleinen Beitrag zur Energieproduktion leisten können, und Solartechnik, ist es insbesondere die Windkraft, die für eine nachhaltige Energiewende sorgen kann. Koch betonte, dass mehr als die Hälfte der Energie durch Windkraft dezentral erzeugt werden müsse. Damit könnten dann auch die Leitungsprobleme teilweise gelöst werden. Die Nebenwirkungen der Windkraft könne man dann vernachlässigen, wenn die gesetzlichen Vorgaben in Bezug auf Natur- Umwelt- und Landschaftsschutz eingehalten würden, was an jedem geplanten Standort eingehend geprüft werden müsse. Ein großes Thema für die Windkraftgegner sei der Infraschall. Auch hier kann man sagen, dass bei Einhaltung von Mindestabständen keine zusätzliche Belastung und keine gesundheitlichen Schäden zu erwarten sind. Alle seriösen Studien haben ergeben, dass ab einem Abstand von 500m keine Probleme auftreten sollten. Weltweit gibt es mehr als 160 Studien, die das bestätigen. Auch im Faktenpapier des hessischen Umweltministeriums vom Fühjahr 2015 ist das nachzulesen. Einzuhaltende Mindestabstände von Windkraftanlagen zu geschlossenen Siedlungen sind 1000m, zu Einzelgehöften 600m.

Als Resumee kam man zu dem Ergebnis, dass die Nutzung der Windkraft unabdingbar und bei Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben an den vorgesehenen Standorten vertretbar ist. Für Ueberau heißt das, dass nach positiver Prüfung im Sinne von Umwelt-, Naturschutz und Effektivität, Windräder gebaut werden könnten. Die Menschen muss man dabei unbedingt mitnehmen. Der mit der Veranstaltung begonnene Bürgerdialog soll fortgesetzt und intensiviert werden. „Wir Reinheimer GRÜNE wollen für die Windkraft auch in Reinheim werben, weil auch wir einen Beitrag zu Klimaschutz und Energiewende leisten müssen. Reinheim kann zur Energiestadt werden, wenn wir das wollen“, so der Sprecher der GRÜNEN.